Freitag, 28. November 2008

Letzter Seminartag 27.11.2008

Liebe Frau Dr. Schröttner!

Viel Spaß mit der Blumenkiste
und alles Gute für Indien!

Fotodokumentation 27.11.2008

Workshop 4:
Innovationen in der Betrieblichen
Weiterbildung
("Flussfahrt mit Hindernissen")

Fotodokumentation 27.11.2008

Workshop 3:
Zukunftsvisionen in der
Erwachsenenbildung/
Neue Lernkultur im Jahr 2050

Fotodokumentation 27.11.2008


Workshop 2:
Praxisbeispiel
(Umgang mit Widerstand)




Fotodokumentation 27.11.2008

Workshop 1:
Was sind die Ursachen
für Lernwiderstände?

Donnerstag, 27. November 2008

Globalisierung

Globalisierung und Individualisierung
Erstellt von Kristina Tösch und Johanna Messner

Einführung in unser Thema durch visuelle Unterstützung









Die Welt ist ein Dorf












Globale Vernetzung










Wahlmöglichkeiten durch Globalisierung




















Macht der Öffentlichkeit











Netzwerk der Gewinner












Der Theorieinput umfasste eine Definition von Globalisierung und die Darstellung globaler Handlungsströme






Theorieteil:
Globalisierung und Individualisierung


„Globalisierung kann als zunehmende Interdependenz lokal verstreuter Aktivitäten auf der Erde verstanden werden. […] Globalisierung verändert die gesellschaftliche Bedeutung von Raum und Zeit – und damit von zwei zentralen Rahmenbedingungen menschlicher Existenz. […] Globalisierung bedeutet auch, dass die bislang dominierende Vorstellung, die Welt sei in halbwegs geschlossene Räume unterteilt, zunehmend obsolet wird. […] Globalisierung hat nicht nur eine objektiv-materielle Dimension, sondern auch eine subjektive. […] Diese vier Aspekte – Entgrenzung sozialer Räume, Reflexivität von Lokalitäten und Globalität, Kompression von Zeit und Raum, Bewusstheit von Globalität – dürften den gemeinsamen Nenner des Begriffsspektrum zur Globalisierung bezeichnen (Trinczek 2002, S. 2-3).
Globalisierung meint die weltweite Vernetzung auf wirtschaftlicher, politischer, kultureller und technologischer Ebene.
Anzumerken ist allerdings, dass die globale Entwicklung schon sehr früh begonnen, globale Entwicklung begann also nicht erst im 21. Jahrhundert, sondern entwickelte sich im Verlauf der Menschheitsgeschichte. Es ist somit kein einmaliges Phänomen der heutigen Zeit, sondern Weltwirtschaft hat es schon immer gegeben. Neu sind jedoch enorme Quantitäts- und Qualitätssprünge in den Verflechtungen. Als Beispiele sind die moderne Technik des Verkehrs, der Kommunikation und der Finanzierung zu nennen, welche einer unglaublichen Beschleunigung der Entwicklung unterliegen. Besonders deutlich kann man dies am Beispiel der Computerentwicklung verfolgen (vgl. Müller 2002, S. 7-18).
Heute sind zahlreiche Folgen offensichtlich, es zeigt sich mitunter, dass der multikulturelle Austausch durchaus forciert wird. Nicht nur Urlaube, sondern auch Kulturreisen, Erasmus-Angebote für Studierende, spezielle Studien Angebote wie auch an der Grazer Karl Franzens Universität mit Global Studies. Es besteht die Möglichkeit sich über andere Kulturen und Identitäten Wissen anzueignen, mit andern Kulturen in Kontakt zu treten und dies auf verschiedensten Wegen.
Globalisierung ist also durch enorme Komplexität charakterisiert, ist gleichzeitig Ursache und Folge. So ist Globalisierung Folge von ökologischen Schäden, Medien, Internet, Migration und Tourismus, sowie Ursache von Ungleichheit, Finanzkrisen, Lohnsetzungen, um nur einige Beispiele zu nennen, welche Müller durchaus wichtige Stellenwerte zuschreibt (vgl. Müller 2002, S. 18).


Zu den Dimensionen der Globalisierung zählen Kultur, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Umwelt. Es ist nun wichtig, diese Dimensionen nicht getrennt voneinander zu betrachten. So lassen sich - um nur ein Beispiel zu nennen - globale Umweltprobleme weder von der Dimension „Wirtschaft“ noch „Politik“ isoliert betrachten. Diese weltweite Vernetzung nicht nur von Akteuren, sondern eben auch von Themenbereichen zählt gerade zu den Besonderheiten der Globalisierung.

Wirtschaftliche Dimension:
Globale Handelsströme zwischen Europa, USA, Afrika und China; kurz und prägnant:
Der Gütertransfer stellt gegenüber dem Dienstleistungstransfer 80% dar.
Export und Import von Europa, USA, Afrika und China
- Export von Wissensintensiver Güter aus USA und Europa nach Asien und Afrika
- China liefern Billigpreisprodukte
- Entwicklungsländer liefern Rohstoffe – Nachteil: Wertschöpfung passiert nicht im eigenen Land
Handelsbilanz
- Europa: ausgeglichene Handelsbilanz
- Chinas Export steht überproportional zum Import à positive Handelsbilanz
- Afrika exportiert Bodenschätzung zu niedrigen Preisen, kann somit auch nicht nach bedarf importieren
- USA: Export Spitzentechnologie, Import: überproportional viele Rohstoffe. Es passiert eine Verschuldung von der China profitiert

Globalisierung führt sicherlich zu Chancen, ob es nun die Möglichkeit ist in den Urlaub zu fahren, sich Wissen anzueignen, andere Kulturen kennenzulernen und von anderen auch wertvolle Ideen zu übernehmen. Man sollte jedoch auch bedenken, dass damit auch immer Gefahren und Probleme einhergehen können. Diese Gefahren können bis zu einem Identitätsverlust führen, einer Homogenisierung der Kultur.Die Wirkungen der Globalisierung auf die Kultur speisen sich aus sehr unterschiedlichen Quellen: aus direkt ökonomischen Verhältnissen und Mechanismen, aus sozialen Umbrüchen und Verunsicherungen, die oft - aber nicht immer - aus den wirtschaftlichen Umstrukturierungen resultieren, aus der schnellen Veränderung bei der Produktion, der Menge und der Aneignung von Wissen, aus dem Austausch und der wechselseitigen Beeinflussung verschiedener Kulturen und der Vereinheitlichung von Konsum- und Kulturmustern.

Es ist nun wichtig den Begriff der Individualisierung hinzuzuziehen. Mit dem Begriff bezeichnet man andererseits die Tendenz innerhalb unserer Gesellschaft sich von anderen abheben zu wollen und das spezifische Selbst zu betonen, also das Individuum und Individualität in den Vordergrund zu stellen.
Die öffentliche Meinung wird von den Medien beeinflusst, jedoch sollten universale Quellen nicht unsere Identität überschwemmen können, beispielsweise Filme und deren Inhalten. Denn dieses globale Fernsehen stellt nach Schmidt eine Gefährdung des Weltbildes dar und der Lebensvorstellungen der Heranwachsenden. Beispielsweise zeigen die Nachrichten von weltweit auftretenden Katastrophen, Verbrechen und so weiter. Und dies kann durchaus zur Nachahmung anregen. Gerade auch aus diesem Grund heraus sollte oberste Erziehungsaufgabe sein, die Heranwachsenden zu Tradition und eigener Kritik- und Urteilsfähigkeit zu ermutigen, ein individuelles Selbstbewusstsein zu entwickeln und sich danach mit diesem Stellenwert dem Internet, dem Fernsehen und so weiter kritisch gegenüber zu stellen Moralisch gesehen sollte Respekt für die kulturelle Identität und Interessen anderen gegenüber andauern. Dies ist verbunden mit Rechte und Pflichten für jedermann. Politiker werden jedoch oft von Eitelkeit und einem Geltungsbedürfnis getrieben, statt Urteilskraft, Zivilcourage und Tatkraft geltend zu machen. Die Verantwortung obliegt jedoch nicht nur den Politikern mit diesen Forderungen, sondern wir alle haben eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft beziehungsweise Gemeinschaft, laut Schmidt (vgl. Schmidt 1998, S. 101-144).
Menschen sollen zu einer eigenen Identität geführt werden, zu kritikfähigen Personen erzogen werden und so Tradition zu erhalten und zu erneuern.

Es bleibt lediglich auf die Interdependenzen zu verweisen und auch darauf hinzuweisen, dass es gerade durch die vielschichtigeren Einflüsse immer wichtiger wird Kritik- und Urteilsfähigkeit zu erlangen und einzusetzen, denn eine eigene Identität ist von höchstem Wert.


Literaturverzeichnis:
Schmidt, Helmut (1998): Globalisierung. Politische, ökonomische und kulturelle Herausforderungen. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt.
Barts, D. (2007): Atlas der Globalisierung. Berlind:taz

Müller, Klaus (2002): Globalisierung. Frankfurt: Campus Verlag

Trinczek, Rainer (2002): Globalisierung – in soziologischer Perspektive. In: http://cartoon.iguw.tuwien.ac.at/christian/globalisierungz.html [7.2.2008]
Praxisteil: Netzwerkbildung mit Wollknäul




Die Praktische Übung mit dem Wollknäul bestand darin, das Netzwerk der globalen Handleströme dar zu stellen und dessen Probleme auf zu zeigen. Hierbei sind durch unsere KollegInnen interessante Lösungsanätze entstanden

Montag, 24. November 2008

Netz der EB und regionalen Förderung - NERF

Leitbild
...gemeinnützige überparteiliche regionale Erwachsenenbildungseinrichtung
 ...Impulsgeber für „Lernende Regionen“
 ...kompetenter Partner für Bildung, Wirtschaft und Gemeinwesenarbeit


...bedarfsorientierte Einrichtung
...regionale Identitäten bewusst machen
...Garant für ganzheitlich orientierte Bildung

Warum gibt es uns?
Trend Globalisierung versus Regionalisierung
Lebenslanges Lernen
Employability
Wissensgesellschaft

Zielgruppe
Erwachsene, die sich auf regionaler Ebene weiterbilden wollen
außerberufliche Weiterbildung
Kompetenzen auf allen Ebenen
Kompetenzen, die auf die Region abgestimmt sind

Unsere Ziele
Weiterbildungsangebote, die in Zusammenhang zur Region, regionalen Wirtschaft und Kultur stehen
Netzwerkbildung zwischen den Lernenden der Region und den Unternehmen der Region
außerberufliche Weiterbildung um Leistungs- und Entwicklungsfähigkeit zu stärken
vorhandene regionale Lernkulturen mit einbinden

Wofür wir stehen
Bildung, soziale Einbindung und Entwicklungschance
Region als selbsttragende Wirtschafts- und Lebensraum
Aufbau stabiler Strukturen
 eigenständige Regionalentwicklung fördern
Recht zur Immobilität

Finanzierung
Bundesland Steiermark
Gemeinden
verschiedene Organisationen, Sponsoren
 
Qualitätssicherung
Weiterbildungsakademie (wba)
Qualitätssicherungsprüfungen

Netzwerke
Netzwerk mit Öffentlichen Einrichtungen
Bundesministerium für Unterricht Kunst Kultur
http://eduard.bildung.at
Datenbank über Individualförderungen www.kursfoerderung.at
Atlas zur Bildungsberatung www.bib-atlas.at
BMUKK Plattform „BildungsberaterInnen im Netz” (http://www.bib-infonet.at)
www.erwachsenenbildung.at
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

Zusammenarbeit in der Region
Qualifizierungsnetzwerke: Zusammenarbeit mit KUMB - Klein- und Mittelbetriebe  
Zusammenarbeit mit kulturellen Einrichtungen
Zusammenarbeit mit anderen Bildungseinrichtungen der Region
Zusammenarbeit mit regionalen Medien
Warum Weiterbildung außerhalb der beruflichen Qualifikation und warum regionale Vernetzung?

Lernfördernde Strukturen
Die Lernkulturen erfahren aus der Entwicklung und Aufwertung von Lernfeldern außerhalb der Erwerbstätigkeit eine Bereicherung und Umstrukturierung
Die Lernkulturen erfahren aus der Tatsache der Vernetzung der verschiedenen individuellen und kollektiven Akteure einen Zuwachs an Lernressourcen

Netzwerkarbeit mit
Verbände/Vereine
Landes- und Gemeindebehörden
Kammern
Arbeitsämter
Wirtschaft, Unternehmen, z.T. auch Praktikumsbetriebe

Maßnahmen außerhalb der Kursangebote

Untersuchungen der regionalen Arbeitsmarktlage
Kooperation und Vernetzung von relevanten AkteurInnen (Bildung – Wirtschaft – Politik)
Anreizsystem für Investitionen
Gemeinden Judenburg, Fohnsdorf, Zeltweg, Spielberg und Knittelfeld
(alpiner Ballungsraum mit rund 50.000 EinwohnerInnen)
im Einzugsbereich - einige kleine, eher ländlich geprägte Gemeinden

 Aichfeld rund 80.000 Menschen
Aktuell:
Prozess des Strukturwandels
Zukunftsprojekt „Spielberg“

Ausbau der Rennstrecke zu einem Motorsportzentrum (Test- und Rennstrecke)

Arena am Waldfeld in Fohnsdorf:
größtes Einkaufszentrum der Steiermark außerhalb des Raumes Graz – auch Besucher anderer Regionen

Zeltweg:
Stationierung
der Eurofighter

Tourismus:
Wandertouren, Mountainbiken, Skiregion, „Urlaub am Bauernhof“, Therme Fohnsdorf

Traditions- und Brauchtumspflege
konservative Wertorientierung

Problem: Jüngere wandern ab…..
Gruppenarbeit:
Kursprogramm erstellen
Kursinhalt, Zielgruppe, Anforderungen an KursleiterIn, usw.

„ Bildung der EinwohnerInnen ist nicht das Mittel, sondern das Ziel!“

Gruppenarbeit

Anreize für Unternehmen in der Umgebung um mit uns zusammenarbeiten zu wollen….

Nowa
in Graz


www.nowa.at

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Einleitung





Im Zuge unseres Seminars Lehren&Lernen mit Erwachsenen unter der Leitung von Frau Mag. Dr.phil. Barbara Schröttner und Universitätsassistentin Uta Ganev hat sich unsere Gruppe besonders mit dem Thema der Individualisierungs- und Wissens- und Informationsgesellschaft auseinander gesetzt.
Wir haben uns deshalb für diesen Teil unserer Präsentation entschieden, weil es sehr gut zum Thema neue Lernorte und Lernmedien und somit auch sehr gut zum Seminar Lehren&Lernen mit Erwachsenen passt!
Weiters bietet unser öffentlicher Blog zum Thema "Weiterbildung im Zeitalter der Wissens- und Informationsgesellschaft all unseren Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit, Beiträge zu ergänzen und Kommentare zu diesen abzugeben(Kommunikation),Informationen, Gedanken und Erfahrungen auszutauschen.
Hiermit bietet uns das Blog Raum unsere Ideen im Verlaufe des Seminars zu sammeln und zu ergänzen.
Für all jene unter Euch die nicht genau wissen was ein Blog ist:
Das Wort ergibt sich aus dem englischen Web und Log also Weblog kurz Blog.
Ein Blog ist nichts anderes als ein auf einer Website öffentlich geführtes Tagebuch, auf der man Einträge machen kann, welche dem Datum aufsteigend gespeichert werden.

"Wir laden Euch Blogger recht herzlich dazu ein auf unserer Seite nachhaltig aktiv
zu kommentieren und selbst zu veröffentlichen!
Viel Spaß beim Ausprobieren, dies wünschen Euch eure Seminarkolleginnen Eva, Irina und Nicole!"

Begriffserklärungen- Definitionen


"Individualisierung"
"Individualisierung bezeichnet die zunehmende Herauslösung aus kulturell geprägten sozialen Bindungen." (Huinink/Wagner 1998, S.94)

"Individualisierung bedeutet, dass das Individuum zentraler Bezugspunkt für sich selbst und die Gesellschaft wird […] Individualisierung erweitert und begrenzt Handlungsmöglichkeiten der Individuen" (Junge 2002, S.7)


Weitere Definitionen "Wissens- und Informationsgesellschaft"

„Wissensgesellschaften werden als eine neue Gesellschaftsformation vorgestellt, welche die Produktions- und Arbeitsgesellschaft ablöst" […] (Tänzler/Knoblauch/Soeffner 2006, S.8)

"Erstens soll mit dem Begriff [Wissensgesellschaft] – gewissermaßen als Nachfolger der Informationsgesellschaft – auf die Bedeutung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien […] hingewiesen werden. Zweitens geht es um neue Formen der Wissensproduktionen; Wissen wird als wichtige Ursache wirtschaftlichen Wachstums – neben den klassischen Faktoren Kapital und Arbeit – eingeführt. [...] Es geht also um technologische, wirtschaftliche, wirtschaftsstrukturelle, organisatorische und personalpolitische Veränderungen der Gegenwartsgesellschaft." (Heidenreich 2003, S.1-2)

Literaturangaben:
Heidenreich, Martin: Die Debatte um die Wissensgesellschaft. In: Stefan Böschen und Ingo Schulz-Schaeffer (2003): Wissenschaft in der Wissensgesellschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Huinink, Johannes/Wagner,Michael: Individualisierung und die Pluralisierung von Lebensformen. In: Friedrichs, Jürgen (1998): Die Individualisierungsthese. Opladen: Leske und Budrich.

Junge, Matthias (2002): Individualisierung. Frankfurt/Main: Campus Verlag GmbH.

Tänzler, Dirk/Knoblauch, Hubert/Soeffner, Hans-Georg (2006): Zur Kritik der Wissensgesellschaft. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.

Das Zeitalter der Individualisierung und Wissens- u. Informationsgesellschaft








Individualisierung und Wissens- und Informationsgesellschaft
Individualisierung, Globalisierung, Wissens- und Informationsgesellschaft – all das sind Begriffe, mit denen man heute konfrontiert ist, wenn man sich u.a. mit dem Bereich der Weiterbildung befasst. Lernkulturen haben sich ebenso wie gesellschaftliche Strukturen und Verhältnisse aufgrund der Modernisierung und Industriealisierung im Laufe der Zeit gewandelt. Wie der Begriff Individualisierung schon vermuten lässt, wird heute nicht mehr auf Fremd-, sondern auf Selbstbestimmung Wert gelegt. Menschen müssen sowohl in privaten als auch in beruflichen Angelegenheiten aktiv und selbstorganisiert und selbstständig Verantwortung für ihren eigenen Lebensweg übernehmen. Aufgrund des gesellschaftlichen Wandels ist jede/r Einzelne nahezu dazu gezwungen, seine ihre / eigene Biographie herzustellen und zu inszenieren. Es kommt zu einer Zunahme an Komplexität in den unterschiedlichsten Bereichen:
†Im Arbeitsleben steigen die Anforderungen: Sozial-, Kommunikations- und Selbstkompetenzen werden neben der beruflich–fachlichen Qualifizierung gefordert.
†Im öffentlichen Bereich muss sich das Individuum heute selbst um Probleme kümmern, die früher durch Ämter oder Institutionen gelöst wurden (z.B. Arbeitsbeschaffung)
†Auch im privaten Bereich steigen die Angebote der Freizeitgestaltung, wodurch das Individuum in der Lage sein muss, zu selektieren und seine Freizeit mit seinen beruflichen und sozialen Verpflichtungen in Einklang zu bringen.
Im beruflichen wie auch im privaten Bereich reicht es heute nicht mehr aus, „nur“ über Basiswissen zu verfügen (technischer, sozialer Fortschritt). Zwar gestattet die Individualisierung auch mehr Raum für die Gestaltung eigener Vorstellungen beispielsweise über das familiäre Zusammenleben und erweitert Handlungsmöglichkeiten und es kommt zu einem Übergang von Uniformität zur Vielfalt (vgl. Junge 2002, S. 7f.), doch die Tatsache, dass das Individuum heute mit einer Komplexität von Wissen nahezu überschüttet wird, führt zu Unsicherheiten. Über welches Wissen muss ich verfügen? Fachwissen? Speicherwissen? Methodenwissen? Reflexions- oder Persönlichkeitswissen? Reicht mein Wissen aus? Welches Wissen muss ich mir aneignen, um mein bisheriges Wissen nicht veralten zu lassen? Welches Wissen macht mich konkurrenzfähig? Mit diesen oder ähnlichen Fragen ist jede/r Einzelne heute konfrontiert, wenn es u.a. um die berufliche Aus- oder Weiterbildung geht. Eine starke Verbreitung von Informations- und Kommunikationsmedien kennzeichnet die Entwicklung von der Industriegesellschaft zur so genannten „Wissens- bzw. Informationsgesellschaft“. Ein erfolgreicher Umgang mit Informations- und Kommunikationsmedien wird heute nahezu in allen Bereichen vorausgesetzt um am Arbeitsmarkt bestehen zu können. Ständiges Dazu–Lernen wird gefordert, um der Wissensexplosion und Informationsflut Stand halten zu können. Diese hohe Bedeutung von Wissen in allen Lebensbereichen prägt auch soziale Beziehungen. Die Folge: Neue Formen sozialer Ungleichheit zwischen den „Wissenden“ und den „Unwissenden“. „Lebenslanges Lernen“ ist das Schlagwort, das den Trend hin zur Weiterbildungsgesellschaft kennzeichnet. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen und Entwicklungen haben sich auch die Arbeitsstrukturen gewandelt. Auf globalen Märkten herrscht Wettbewerb vor. Um wettbewerbsfähig zu sein, fordern viele Arbeitsplätze nicht nur noch Fachwissen, sondern auch fachübergreifende Kompetenzen, Selbstorganisation und Selbststeuerung werden als Voraussetzung dafür angesehen. Somit kommt es zu einer Steigerung von Autonomie verbunden mit einer Steigerung des Leistungsdrucks. Jede/r Einzelne ist gefordert, sich Wissen selbstorganisiert anzueignen, Wissen selbst zu konstruieren. Mit all diesen gesellschaftlichen Veränderungen und Anforderungen an das Individuum haben sich auch die Lernkulturen verändert und entwickelt. Lernbiografische Erfahrungen müssen berücksichtigt werden, da sie das Lehr- und Lerngeschehen und somit auch die Entwicklung der Lernkulturen maßgeblich beeinflussen (vgl. Schüßler; Thurnes 2005, S. 27–35).


Verwendete Literatur:
† Junge, Matthias: Individualisierung. Campus Verlag. 2002.
† Schüßler, Ingeborg; Thurnes, Christian M.: Lernkulturen in der Weiterbildung. Studientexte für Erwachsenenbildung. W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG. Bielefeld. 2005.

Lerntheoretische Hintergründe 1



*Systemisch-konstruktivistische Lerntheorie *

Um den Wandel von Lernkulturen zu begründen, ziehen die Autoren zwei verschiedene Ansätze heran. Ich möchte nun näher auf die systemisch-konstruktivistische Lerntheorie eingehen.
Lernen ist ein weitgehend selbstorganisiert ablaufender Aneignungsprozess der Lernenden, bei dem sie entscheiden müssen, welche Inhalte wichtig sind und welche Lernschritte sie dabei ergreifen müssen. Konstruktivistische Lerntheorien basieren immer auf dem Fokus der Wahrnehmung, dies bedeutet das Lerntheorien deshalb konstruktivistisch sind, weil wir Menschen immer nur das wahrnehmen was wir sehen egal ob es der Wirklichkeit entspricht oder nicht.

"Es gibt keine Ebene organisationsfreier unmittelbarer Wahrnehmung... Als Organisums haben wir keinen kognitiven Zugang zu unserer Umwelt, sondern nur als Beobachter"(Schmidt 1987, S.18).
Lernen ist ein Ablauf der auf selbstorganisierte Steuerungsprozesse angewiesen ist.
Wir Lernenden produzieren uns durch diese Prozess unser eigenes Wissen ohne äußeren Einfluss durch eine/n Lehrende/n. Diese individuellen Lernprozesse wiederum werden durch "situative Lernorte" beeinflusst. Lernen und Lehren sind schlussendlich keine Begriffe die in ihrer Umsetzung aufeinander angewiesen sind. Somit wird der Lerngegenstand von den Lernenden selbst konstruiert und lediglich durch den situativen Lernort gerahmt.


"Vielmehr gelten sie als zwei selbstreferenzielle Systeme (vgl. Siebert 1994, S. 44 f; Kade 1997, S. 52)".
Da auch gelernt wird ohne dass gelehrt wurde und umgekehrt, kann Lernen nur ermöglicht, aber nicht erzeugt werden.


Systemisch-konstruktivistisches Denken und Lernen findet überall dort statt, wo wir Menschen uns in sozialen Systemen befinden und aktiv sind.
Abschließend ein kurzer Überblick wo Systemtheorie und Konstruktivismus überall verankert sind:

Wissenschaftstheorie JANICH/MITTELMAß; Erkenntnistheorie KANT; Neurobiologie MATURANA/VALERA; Kognitionsforschung VON GLASERSFELD; Kommunikationswissenschaft WATZLAWICK; Kybernetik VON FOERSTER; Evolutionstheorie RIEDL; Systemtheorie LUHMANN/WILLKE; Gehirnforschung ROTH; Psychotherapie STIERLIN/SIMON; Wissenssoziologie LUCKMANN/SEARLE; Emotionsforschung CIOMPI; Sprachwissenschaft SCHMIDT/FRINDTE; Lerntheorie PIAGET; Pädagogik REICH/KÖSEL/SIEBERT/VOß;

Lerntheoretische Hintergründe 2



Im Gegensatz zur konstruktivistischen Theorie wird Lernen in der subjektwissenschaftlichen Lerntheorie von Holzkamp in seinem historischen und gesellschaftlichen Kontext vom Standort des Individuums aus betrachtet. Es geht hier vor allem um die Erschließung von subjektiven Gründen für Lernanstrengungen, die eine Person auf sich nimmt. Dadurch ist es möglich, Lernangebote zielgerichtet auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden auszurichten. Die subjektiven Lerngründe ergeben sich aus den subjektiven Lebensinteressen der Individuen, die sich damit eine Erweiterung ihrer Handlungsmöglichkeiten erhoffen.

Neben diesen subjektiven Lerngründen gibt es allerdings auch defensive Lerngründe. Diese sind dann gegeben, wenn Personen nur etwas lernen um Sanktionen zu entgehen. Um expansives Lernen zu ermöglichen, müssen daher die subjektiven Lerninteressen der Lernenden berücksichtigt werden. Disziplinierende Formen sollten durch Formen des partizipativen Lernens ersetzt werden und der Lernstoff sollte „Angebots-Charakter“ haben. Sehr hilfreich kann es auch sein, die Lerninhalte mit der Arbeits- und Lebenswelt der Lernenden in Verbindung zu bringen.

Gruppenarbeit- Diskussionsfrage





Arbeitgeber/in

Welche Kompetenzen und welches Wissen sind Eurer Meinung nach für den/die Arbeitgeber/in von besonderer Bedeutung?Was fordert ihr (unter Berücksichtigung der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft) aus der Sicht eines/einer Arbeitgeber/in von einem Individuum? Welches Wissen ist heute unerlässlich? Worauf wird heute besonders Wert gelegt?

Arbeitnehmer/in

Über welches Wissen sollte ein Individuum verfügen, um am Arbeitsmarkt heutzutage stand halten und wettbewerbsfähig sein zu können? Welche Kompetenzen, welche Bildung, welche Lerntechniken scheinen für Euch aus der Sicht des Individuums unter Berücksichtigung der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft unerlässlich zu sein? Welche Probleme (Leistungsdruck etc.) können dabei auftreten? Was sind die Schattenseiten?