Mittwoch, 29. Oktober 2008

Lerntheoretische Hintergründe 2



Im Gegensatz zur konstruktivistischen Theorie wird Lernen in der subjektwissenschaftlichen Lerntheorie von Holzkamp in seinem historischen und gesellschaftlichen Kontext vom Standort des Individuums aus betrachtet. Es geht hier vor allem um die Erschließung von subjektiven Gründen für Lernanstrengungen, die eine Person auf sich nimmt. Dadurch ist es möglich, Lernangebote zielgerichtet auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden auszurichten. Die subjektiven Lerngründe ergeben sich aus den subjektiven Lebensinteressen der Individuen, die sich damit eine Erweiterung ihrer Handlungsmöglichkeiten erhoffen.

Neben diesen subjektiven Lerngründen gibt es allerdings auch defensive Lerngründe. Diese sind dann gegeben, wenn Personen nur etwas lernen um Sanktionen zu entgehen. Um expansives Lernen zu ermöglichen, müssen daher die subjektiven Lerninteressen der Lernenden berücksichtigt werden. Disziplinierende Formen sollten durch Formen des partizipativen Lernens ersetzt werden und der Lernstoff sollte „Angebots-Charakter“ haben. Sehr hilfreich kann es auch sein, die Lerninhalte mit der Arbeits- und Lebenswelt der Lernenden in Verbindung zu bringen.

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